Abfälle aus der Straßenreinigung (AVV 200303)

Bei diesem Projekt werden Abfälle aus der Straßenreinigung recycelt. Hierzu wird der im Werk angelieferten Abfall zur Entwässerung zunächst in einem Materiallager gelagert. Aus diesem Materiallager wird anschließend das Recyclingsystem beschickt.

abfaelleAbfälle aus der Straßenreinigung im Materiallager (AVV 200303)

Ausgangssituation
Trotz Siebung des Materials weist dieses noch Anhaftungen auf, sodass eine Wiederverwertung der mineralischen Bestandteile nicht möglich ist.

Zielsetzung
Ziel des BIBKO®-INFRATEC-Recyclingsystems ist es, die Qualität der recycelten, mineralischen Bestandteile durch den naß-mechanischen Recyclingprozess in der Recyclinganlage soweit zu verbessern, dass eine Wiederverwertung möglich ist.

Recyclingprozess
Die Zuführung des zu recycelnden Abfalls erfolgt nicht direkt in die Recyclinganlage, sondern über einen Dosierpuffer. Materialaufgabe und Materialrecycling sind somit getrennt. Damit wird eine konstant hohe Qualität des recycelten Materials, unabhängig von Aufgabemenge und -geschwindigkeit, sichergestellt.

Der Dosierpuffer wird auf zwei Arten beschickt:

1. Aus Materiallager über Bagger
2. Aus Saug-/ Spülfahrzeugen über Aufgabebunker

Aus dem Dosierpuffer wird die 2-Kammer-Recyclinganlage vom Typ IT-5000/2 kontinuierlich beschickt. Durch die Bewegung des Abfalls durch die Vor- und die Hauptwaschkammer wird dieser entmischt, die mineralischen Bestandteile >250 μm gewaschen und anschließend ausgetragen. Die nachfolgende Abbildung zeigt das recycelte Material >250 μm nach der Siebung.

siebstufenRecyceltes Material Körnung 0…2 mm | Recyceltes Material Körnung 2…8 mm | Recyceltes Material Körnung 8…16/22 mm – jeweils gesiebt


Prozesswasserrecycling

Unerwünschte Bestandteile und Störstoffe werden mit dem Prozesswasser abgeleitet. Über einen Schrägbandfilter werden zunächst die Störstoffe abgeschieden. Während die Störstoffe über das Band ausgetragen werden, gelangt das Prozesswasser in die Feinteilabscheidung. In der Feinteilabscheidung werden Feinteile im Größenbereich 60…≤250 μm aus dem Prozesswasser abgeschieden.

Im nächsten Schritt erfolgt die Konditionierung des Prozesswassers in einem 2-stufigen Prozess:

• Stufe 1: Schwermetallabscheidung
• Stufe 2: Fällung-/ Flockung


Von der Konditionierung gelangt das Prozesswasser in ein Pufferbecken. Dieses dient als Vorlagebecken, aus dem dann die Filterpresse beschickt wird. Als Filterpresse kommt hierbei eine Membranfilterpresse zum Einsatz. Im Anschluß an den Filtrationsprozess liegt einerseits Filtrat vor, das im Kreislauf geführt und wieder in der Recyclinganlage verwendet wird. Andererseits entsteht Filterkuchen, der sowohl Feinteile ≤60 μm, als auch die Schwermetalle enthält und entsorgt werden muss.

 membranfilterpresseMembranfilterpresse

 

Kammerfilter und Membranfilterpresse im Vergleich
Der Trockensubstanzgehalt (TS-Gehalt) des Filterkuchens wird bei der Kammerfilterpresse überwiegend durch den Druck der Beschickungspumpe bestimmt. Eine Nachpressung des Filterkuchens erfolgt lediglich durch eine entsprechende Druckhaltezeit am Ende des Filtrationsprozesses.

 schema kammerfilterpresseFunktion Kammerfilterpresse


Membranfilterpresse

Bei der Membranfilterpresse wird der Filterkuchen nach dem Beschickungsprozess nochmals zusätzlich durch eine flexible, undurchlässige Membran komprimiert. Damit kann ein deutlich höherer Entwässerungsgrad und somit ein deutlich höherer TS-Gehalt des Filterkuchens erreicht werden.

schema membranfilterpresseFunktion Membranfilterpresse